Die Heimat der Sinti und Roma liegt nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft!

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundesjugendkonferenz 2016 der Sinti und Roma in Nordrhein-Westfalen

Vom 30. September bis 3. Oktober 2017 findet in Freiburg im Breisgau die Bundesjugendkonferenz der Roma und Sinti 2017 statt. Das Bundesjugendtreffen ist das größte bundesweite Zusammenkommen junger Roma und Sinti in Deutschland. Sie wird dieses Jahr von Amaro Drom e.V. und dem Roma Büro Freiburg e.V organisiert.

Die diesjährige Veranstaltung widmet sich aus unterschiedlichen Blickweisen dem Thema “Heimat”. Sinti und Roma sind seit Jahrhunderten Teil der deutschen Gesellschaft. Dennoch befinden sie sich immer noch auf dem steinigen Weg des Ankommens. Die Veranstalter schreiben in ihrer Einladung: “Die Erfahrungen und Stärken, die wir auf diesem Weg sammeln, wollen wir mit all jenen teilen, die auch unterwegs sind. Sei es, weil sie zugewandert sind oder weil sich diese Gesellschaft so rasant verändert. Heimat liegt nicht in der Vergangenheit, sie liegt in der Zukunft.”

Seit über 6 Jahrhundert leben Sinti und Roma in diesem Land. Trotzdem finden sie sich bis heute in einer rassistisch geprägten Realität wieder. Welche gesellschaftlichen Entwicklungen und Mechanismen sind dafür verantwortlich. Und wie kann man sie überwinden? Diesen Fragen will die Bundesjugendkonferenz in einem vielfältigen Tagesprogramm aus Workshops, Ausstellungen, Vorträgen, Stadtrundgängen und Diskussionsrunden nachgehen. An den Abenden gibt es eine Eröffnungsfeier mit begehbarer Geschichtswerksttt (30.9.) und eine Theateraufführung zum Thema Abschiebung (1.10.). Den Höhepunkt der viertägigen Konferenz bildet das interkulturelle Stadtfest mit Musik und Workshoppräsentationen am 2.10.2017.

Ausführliche Informationen zum Programm sowie den Veranstaltungsorten finden sich ab August 2017 unter http://amarodrom.de/bundesjugendkonferenz-2017

Weitere Informationen:

Anita Burchardt, Amaro Drom e.V., Prinzenstraße 84/1,  10969 Berlin, http://www.amarodrom.de

Tel: +49(0)30 61620010
Mobil: +49(0)157 89 266 416
Fax: +49(0)30 69001960
Email: anita.burchardt@amarodrom.de

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Sind wir immer noch Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse?

“Sind wir immer noch Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse?” fragen Roma im heutigen Europa und fragt mit ihnen Regisseur Samuel Lajua in seinem außergewöhnlichen Doku-Film. Am Dienstag, 18.7. 2017, um 21:45 strahlt ARTE ihn aus.

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Menschenrechtsaktivist Vicente Rodriguez Fernandez aus Spanien © Stephan Massis

Rassismus und Nationalismus in Europa führen zu staatlich organisierten Zwangsvertreibungen, Gewalt und verschärfter Diskriminierung. Im Zentrum des Films steht die Vertreibungspolitik des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im Jahr 2010. Ein treffendes Beispiel für die seit Jahrhunderten andauernde Sündenbockfunktion der Roma und in Deutschland auch der Sinti in der Politik.

Mit der Osterweiterung der EU hat sich die Situation keineswegs verbessert. Bildungschancen, Zugang zu Gesundheitsversorgung, Ausgrenzung, Übergriffe und Zwangsvertreibungen gegen Roma-Minderheiten in zahlreichen osteuropäischen Mitgliedsstaaten haben sich eher verschlimmert. Dem Film gelingt es sehr gut, allzu einfache Antworten auf komplizierte Fragen zu vermeiden und stattdessen zu beleuchten, warum die seit Jahren laufenden Förderungsmaßnahmen der EU so bitter scheitern. Es kommen Menschen zu Wort, die täglich von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind, aber auch Aktivisten gegen Antiziganismus und für Menschenrechte in Europa. Der Film leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Antiziganismus als einem Problem der Mehrheitsgesellschaften.