Das darf nicht vergessen werden!

Gedenkstunde Nienburger Sinti in der Mindener Landstraße am 6. November

Alljährlich Anfang November erinnert sich Nienburg an die Zerstörung seiner Synagoge 1938 und die schrittweise Zerschlagung der jüdischen Gemeinde der Stadt. Auch Nienburger Sinti greifen das Thema des Holocaust auf. In der Mindener Landstraße 21 hat der Verein “Gedenkstätte Heilige Mutter der Liebe für alle Nationalitäten” einen kleinen Erinnerungsort aufgebaut. Dorthin lädt Vereinsvorsitzender Thomas Krüger zu einer Gedenkstunde am 6. November um 15 Uhr ein.

Nur wenige Menschen der heutigen Generation mögen wissen, dass die deutschen Sinti ebenso unter den Nazi-Verbrechen gelitten haben wie die Juden. “Sinti und Roma zusammen genommen sind die zweitgrößte Opfergruppe des Holocaust”, betont Thomas Krüger in seiner Einladung. Die mit dem Begriff der Schoa bezeichneten Verbrechen an den Juden und mit dem Romanes-Wort “Porrajmos” bezeichneten Verbrechen an den Sinti und Roma seien nur zwei verschiedene Seiten des Holocaust gewesen. Als bei den Novemberpogromen von 1938 die Synagogen brannten und viele Juden in die KZ Buchenwald und Dachau verschleppt wurden, gehörten zu den Verhafteten auch zahlreiche Sinti. Schon im Juni und April 1938 hatte die Kripo, die damals mit Gestapo und SS zusammenarbeitete, mehr als 10 000 Männer vor allem aus Sinti-Familien verschleppt und in Dachau und Buchenwald eingesperrt.

Am 8. Dezember 1938 kam dann der Erlass von SS-Himmler, mit dem die systematische Verfolgung der Sinti und Roma eingeleitet wurde. Bald nach Kriegsbeginn begannen dann die Verhaftungen und ab Mai 1940 die Deportationen in die KZs. Während des ganzen Krieges wurden Männer, Frauen und Kinder der Sinti und Roma massenhaft in die Vernichtungslager geschickt, vor allem nach Auschwitz. Ungefähr 500 000 starben im Porrajmos. “Das darf niemals vergessen werden!” so der Vereinsvorsitzende.

 Dass manchmal versucht wird, NS-Opfergruppen auseinander zu dividieren, findet Krüger ungerechtfertigt: “Das schwächt die Gedenkkultur und gibt den Rassisten, die es leider in unserem Land wieder gibt, Auftrieb.” Der Verein mit dem Sitz in der Minderlandstraße 21 erinnert deshalb mit seiner jährlichen Gedenkstunde grundsätzlich an alle Opfer des Holocaust. Darüber hinaus kümmern sich die Mitglieder auch um hilfsbedürftige Menschen aller Nationalitäten. Wer etwas spenden will, kann dies mit einer Überweisung auf das Konto des Vereins bei der Sparkasse Nienburg tun: IBAN: DE21 2565 0106 0036 0982 34, Stichwort “Gedenkstätte” oder “Bedürftigenhilfe”. Nähere Auskunft gibt Thomas Krüger gern: Tel. 05021 910979.

 

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